Herzensmenschen

Schon oft habe ich kleine Dankes-Hymnen an meine Freunde geschrieben. Schon oft war ich überwältigt von ihrer Liebe, von ihrem Feingefühl, von ihrer Wertschätzung. Immer wieder wurde mir neu bewusst, wie unglaublich kostbar meine Freunde und meine Familie sind.

Aber vielleicht war es mir zu keiner Zeit deutlicher bewusst, als während meiner Zeit im Krankenhaus. Während der Zeit, in der ich meine Diagnose bekam, in der die Therapie startete und meine Gefühle Achterbahn fuhren.

Spätestens seitdem bin ich fest davon überzeugt, dass ich die besten Freunde und die beste Familie der Welt habe!

Denn:

Welche Eltern, sonst wohl die vielbeschäftigsten Menschen auf dieser Welt, lassen alle Arbeit und alle Planungen liegen, um ihre Tochter jeden Tag im Krankenhaus besuchen zu können?Meine Eltern.
Welcher Bruder kommt spät abends, nachdem er seine Kinder ins Bett gebracht hat, noch ins Krankenhaus, um seine Schwester abzulenken und ihr eine „best of“ Weihnachtssongs-Playlist zu bringen, damit sie trotz aller Umstände in Weihnachtsstimmung kommen kann?Mein Bruder.
Welche Freunde bringen Massageöl und Nagellack mit ins Krankenhaus, um ihre Freundin zu massieren und ihr eine Wellness-Beauty-Auszeit im Krankenhaus zu schenken?Meine Freunde.
Welche Freunde kommen mit so vielen süßen Geschenken ins Krankenhaus, dass die Beschenkte ständig Sachen mit nach Hause schicken muss, weil sie keinen Platz mehr im Krankenhauszimmer hat?Meine Freunde.
Welche Freunde verlegen spontan den Gottesdienst in die Krankenhaus-Kapelle, damit die Freundin im Krankenhaus dabei sein kann?Meine Freunde.
Welche Freunde bringen Spiele und Kinderpunsch ins Krankenhaus, um Ablenkung und Lachen zu bringen?Meine Freunde.
Welche Familie kommt vor, während oder nach ihrer sowieso schon unglaublich stressigen Arbeit im Krankenhaus nochmal bei der Verwandtschaft vorbei, nur um kurz nach dem Rechten zu sehen und zu fragen, wie’s geht?Meine Familie.
Welche Freunde nehmen viele Kilometer Autofahrt auf sich, um ihre Freundin im Krankenhaus zu besuchen und ihr zu zeigen, dass ihnen Telefonate nicht genug sind, dass sie ihr wichtig sind und sie für sie da sein wollen?Meine Freunde.
Welche Freunde bieten ihrer Freundin an, mit ihr in eine Lupus-Spezialklinik nach Rom zu fliegen, wenn es nicht bald besser wird?Meine Freunde.
Welche Familie und Freunde versuchen alles möglich zu machen und ihren Terminkalender auf den Kopf zu stellen, um (mit oder ohne Kinder) ihre Lieben besuchen zu kommen und ein bisschen aufzuheitern?Meine.
Welche Freunde schicken jeden Morgen während der Zeit im Krankenhaus liebe Guten-Morgen-Grüße, u.a. mit Sprachnachrichten von den süßen Nichten?Meine Freunde.
Welche Familie und Freunde beten für ihre Freundin?Meine.
Welcher Mann ist jeden Abend der letzte, der seiner Frau im Krankenhaus eine Gute-Nacht-Nachricht schreibt und jeden Morgen der erste, der einen guten Morgen wünscht?Mein Mann.
Welcher Mann kommt jeden Tag so oft und so lange es geht ins Krankenhaus?Mein Mann.
Welcher Mann bringt Filme, Spiele und Rätsel mit, die er zusammen mit seiner Frau spielen und schauen kann, um sie abzulenken und sie zum Lachen zu bringen?Mein Mann.
Welcher Mann hält seiner Frau die Hand, tröstet sie und betet mit ihr?Mein Mann.
Welcher Mann liest alles, was er finden kann, über die diagnostizierte Krankheit seiner Frau, um genau darüber Bescheid zu wissen und sich mit den Ärzten darüber auszutauschen, welche Optionen es gibt?Mein Mann.
Welcher Mann macht seiner Frau Zuhause einen großen gesunden leckeren Salat und bringt ihn mit ins Krankenhaus, weil er der Meinung ist, dass sie gesünderes Essen braucht?Mein Mann.
Und welcher Mann bringt seiner Frau einen selbstgemachten Adventskalender ins Krankenhaus?Mein Mann.

Und diese Liste wäre noch lange fortzuführen…

Meine liebe Familie und liebe Freunde,

wenn ich euch anschaue, sehe ich so so viel Liebe.

Und ich glaube, ich habe durch euch eine Ahnung davon bekommen, wie es im Himmel sein muss – weil ihr eure Liebe so selbstlos verteilt habt.

DANKE!

Eure Bekki

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